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Es werden Posts vom Mai, 2013 angezeigt.

Regnerischer Sommer.

Verdruß in Petrus' Wetterküche. Aufgeschlagen ist das Wetterkochbuch mit dem Rezept für den norddeutschen Sommer. Aus den Töpfen steigen dichte Regenwolken, die sich heftig niederschlagen. Der Küchenmeister selbst stöhnt: "Schwieriges Gericht! Ist mir seit Jahren nicht mehr richtig gelungen!" (2000).

Kuddel Schlau: eine pastose Masse; nicht Fisch, nicht Fleisch.

Die leeren Versprechungen der Politik, hier zum Thema Arbeitsmarkt. Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin Heide Simonis (SPD) läßt aus der Großtube "Strategiepapier" einen Strang Versprechungsmasse auf den Teller quellen ("Probieren Sie mal das hier!"), der Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit, Wolfgang Clement (SPD), produziert desgleichen aus einer Tube "Politisches Konzept" ("Das hier ist auch sehr gut!"). Auf dem Teller findet Kuddel Schlau schließlich statt des erwarteten Bratens "Arbeitsplätze" wieder mal nur einen Riesenhaufen undefinierbarer Ersatzpaste ("Greifen Sie zu, wir haben noch mehr davon!"). (2003).

Kuddel Schlau: Konjunkturausblick mit dem Finanzminister.

"Sollen die anderen doch unken! Ich blicke positiv in die Zukunft! Die Konjunktur wird sich erholen! ICH sehe die 1,5 Prozent Wachstum für 2003!" läßt sich der Bundesfinanzminister Hans Eichel vernehmen. Doch wie es immer ist mit Politiker-Voraussagen - sie sind wackelig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Unerwartete Entwicklungen bedeuten meistens, daß die Steueruntertanen um mehr Geld angehauen werden - mit freundlicher Haftandrohung für den Fall, daß man sich knickerig zeigen sollte. "Oh, jetzt ist die Zeit schon wieder um", schallt es vom Fernrohr, "hätten sie wohl noch'n paar Steuergroschen?" (2003).

Kilobyte-Kyrie-Kirchenspaltung.

Kontrastierende kirchliche Ausdrucksformen des Glaubens.

Bad Oldesloe: "Unseren Glauben leben wir nur von Mensch zu Mensch ... CD-Musik und Elektronik sind hier fehl am Platz!"

Anders ein paar Kilometer weiter in Ahrensburg, wo der Abschlußgottesdienst des Evangelischen Kirchentages 2013 in Hamburg per Fernübertragung auf Großbildleinwand zum Rudelgucken ("public viewing", wie man es von Fußballmeßfeiern kennt) feilgeboten wird: "Hallo, hier und an den Bildschirmen ... könnt ihr mich hören?" "Jaaaaaa ...." ertönt aus vielen Kehlen die unerhörte Antwort. (2013).

Wahllokal-Warteschlange: Brüten überm Stimmzettel.

Kommunalwahl 2003. Manche brauchen lange, um sich unter den vielen, vielen Alternativen zu entscheiden. Die wahrhaft demokratiegerechte Ankreuzoption "Alle nicht!", die vielen die Wahlteilnahme erleichtern würde, wird dem Wähler vorenthalten - bis heute. Ergebnis wäre vermutlich ein Balken, der alle anderen im Wahldiagramm turmhoch überragen würde. Aus Protest ungültig gekennzeichnete Stimmzettel hingegen oder demokratie-desillusioniertes Fernbleiben von der Wahl erfahren keine Widerspiegelung in einem Diagrammbalken. (2003).

Politische Bildung: Schüler besuchen das Kommunalparlament.

Unser Besuch: Stadtverordneten-Versammlung Bad Oldesloe. Schüler notieren Ihre Beobachtungen zum politischen Umgang der kommunalen Parlamentarier miteinander. Es war eine Sitzung, die von gewissen Fraktionsangehörigen im Zorn verlassen wurde, weil sie nicht hinnehmen wollten, daß die gegnerische Fraktion eine an diesem Tag zufällig gegebene Abstimmungsmehrheit für sich nutzte. Weil sie die Versammlung verließen, war die Beschlußfähigkeit des Kommunalparlaments nicht mehr gegeben. Der vorangehende Zank der Volksvertreter entlud sich in verbalen Trümpfen wie diesen: "Lügner!", "Widerlich", "Asozial", "Sandkastenspieler!", "Klüngel!", "Stil- und niveaulos!", "Wir verlassen den Saal!" -  es kam selbstverständlich auch der gezinkte Joker zum Einsatz, der in Sternstunden der föderalen BRD-Demokratie nie fehlen darf: "Populist!"

Der Lehrer erkundigt sich: "Und? Mag jetzt jemand von euch später auch Politike…