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Es werden Posts vom August, 2013 angezeigt.

Bildung: Unterricht eines Kulturfremden vor Eingeborenen der digitalen Kommunikation.

Unternehmer Hansi Handel wird Zeuge des Unterrichtsgesprächs in einer Klasse. Aus dem offenen Fenster dringen die Worte des Lehrers, gesprochen zu den Schülern, an sein Ohr: "Wie ihr wißt, gehören Informations- und Kommunikationstechnologien jetzt zum Lehrplan ... Buch, Tafel, Kreide!" Er setzt hinzu: "Damit hätten wir alle Technologien, an denen ich ausgebildet wurde. Fragen?" (2000).

Hauptausschuß der Stadt Bad Oldesloe.

Vor der Tür des tagenden Hauptausschusses in Bad Oldesloe. Eine Putzfrau und ein Nachtwächter lauschen den Geräuschen aus dem Konferenzraum. "Klirr!" dringt es nach außen. "Das war der Dringlichkeitsantrag!" konstatiert die Putzfrau. "Schepper!" dröhnt es hinterher. "Das war die Tagesordnung!" sagt sie lakonisch. Dann geht die Tür auf, und die Aussschußmitglieder verlassen, einander heftig beschimpfend, den Saal. Was der Nachtwächter mit "... un das war der Auszug des Kindergartens! Wie oft ich das schon erlebt habe!" quittiert. Vertraut mit den Betriebsgeräuschen der kommunalen Politikmaschine. (2013).

Leuchtturm-Abschaltungen.

Zwei Schiffbrüchige auf einer einsamen Palmeninsel irgendwo in der Südsee. Das havarierte Wrack der "Fanal IV" aus Falshöft verrottet seit Jahren auf den Klippen. Einer der beiden hat gerade eine Flaschenpost aus dem Wasser gezogen: "Leuchttürme in Schleswig-Holstein abgeschaltet. "Heute hat sowieso jeder elektronische Navigationshilfen"/ Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Kiel. Wie die Wasser- und Schiffahrtsdirektion mitteilt, werden die Leuchttürme ..." Nach Lektüre dämmert ihm die Erkenntnis: "Das war also der Grund dafür, daß wir damals falsch abgebogen und hier gestrandet sind!"

Kuddel Schlau: Straßenbegrenzungspfosten.

Der LKW des Straßen- und Grünamtes hat einen Sack mit Samen verloren. Kuddel kommt darauf zu: "Sieh! der Laster hat Saatgut verloren ... was wohl daraus wird?" -- "Probieren geht über studieren", sagt er sich, und sät den Fund in seinem Vorgarten ein.

Das Frühjahr kommt, und aus dem Rasen sprießen schwarz-weiße Straßenbegrenzungspfosten. Passanten vorm Zaun schütteln den Kopf: "Dz, dz. Was die Leute sich alles in ihren Vorgarten stellen ..." (2002)

Schloß Ahrensburg. Schwierige Sponsorengewinnung.

Der Ahrensburger Bürgermeister Michael Sarach unterwegs zur Einwerbung von Sponsorengeldern für den Erhalt und die laufende Unterhaltung des Schlosses in Ahrensburg. "Sie geben mir 9.000 Euro, und diese Messingtafel hängt mit Ihrem Namen im Schloßfoyer!" Der so Angeredete, der Altmetallhändler Klawuttke, hat einen Gegenvorschlag: "Sie geben mir diese Messingtafel, und ich hupe Ihren Sponsorenaufruf im Morsealphabet!" (2013).

Kieler Regierungswechsel 2005.

Die scheidende Ministerpräsidentin Heide Simonis verläßt mit ihren Ministern Ralf Stegner (SPD), Klaus Müller (Grüne), Klaus Buß (SPD) und Anne Lütkes (Grüne) das Landeskabinett. Die Landeskasse wird besenrein an den neuen Regierungschef Peter Harry Carstensen (CDU) übergeben. Inzwischen hat dieser längst das gleiche Ritual hinter sich, die chronisch leere Landeskasse ist jetzt in der Obhut des Kabinetts Torsten Albig (SPD). (Karikatur von 2005).

Ein FKK-Saunaclub für Reinfeld?

Die Entscheidung, ob ein FKK-Saunaclub in Reinfeld gebaut wird, ist noch in der Schwebe. Interessenvertreterinnen der einschlägigen Branche ergreifen in eigener Sache die Chance zur Lobbyarbeit und postieren sich mit Transparenten ("Arbeitsplatz ist Arbeitsplatz", "Gewerbesteuer? Entweder oder!") vor dem Reinfelder Rathaus. Der Bürgermeister sieht es mit Erstaunen: "Aber meine Damen ... die Entscheidung zum FKK-Saunaclub fällt doch erst in 4 Wochen!?" Die so Angesprochenen lassen keinen Zweifel an ihren Absichten: "Jepp. Und die werden wir jeden Nachmittag hier stehen ... immer wenn du Dienstschluß hast, Süßer!" (2013).

Schloß Plön.

Das Schloß in Plön, errichtet während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), ist eines der größten in Schleswig-Holstein. Als diese Karikatur entstand (2000), befand es sich noch im Besitz des Landes Schleswig-Holstein, das nach Möglichkeiten zur Finanzierung einer dringend notwendigen Bausanierung suchte. Die Landesmittel reichten nicht aus, und so wurde unter anderem der Plan diskutiert, das Schloß an das Optikunternehmen Fielmann zu verkaufen, welches ein Angebot unterbreitet hatte. Tatsächlich wurde das renovierungsbedürftige Gemäuer im Jahre 2002 vom Land an die gemeinnützige Fielmann Akademie veräußert. Der Käufer setzte das Gebäude über vier Jahre hinweg instand und investierte dem Vernehmen nach mehr als 35 Millionen Euro zu diesem Zweck. Das Land kofinanzierte mit mehr als 11 Millionen Euro. Seitdem wird das Schloß als Bildungsstätte der Augenoptik-Branche genutzt.

Die Schloßgespenster unterhalten sich: "Seit wann tragen Schloßgeister denn Brille?" "Seit sie…

Unelegante Elefantenhochzeit.

Der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust (CDU) und die Ministerpräsidentin des Landes Schleswig-Holstein, Heide Simonis (SPD), assistieren bei der Durchführung einer Elefantenhochzeit. "Du hast Verständnis, daß ich dich nicht über die Schwelle trage?" Im Juni 2003, also acht Monate nach Erscheinen dieser Karikatur, fusionieren die Elefanten, die Hamburgische Landesbank und die Landesbank Schleswig-Holstein zur HSH Nordbank AG, die anders als die beiden Fusionspartner die Rechtsform einer Aktiengesellschaft innehat. Wenige Jahre später, nach Ausbruch der Bankenkrise, sieht sich das Institut in einer akuten Finanznotlage und muß mit finanzieller Unterstützung der beiden Eigentümerländer über Wasser gehalten werden (steuerfinanzierte Kapitalzufuhr und "Zweitverlust-Risikoabschirmung" in Milliardenhöhe, 2009).

Karikatur aus dem Jahre 2002.